„Suche Frieden und jage ihm nach“-Jahreslosung 2019

02 Jan
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Der Friedenstauben-Türgriff der Michaels-Kirche.

Das Jahr 2019 steht unter dem Bibelwort „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15). Es ist eine Aufforderung an alle Christinnen und Christen und ein Mahnwort an ganz Europa. Suchet den Frieden! Wer vor fast 3000 Jahren diese Worte geschrieben hat, der wusste: Frieden ist nicht etwas, was sich einfach einstellt, wenn der Krieg vorbei ist.

Frieden braucht Energie, Mut, Überzeugung.
Frieden braucht Leidenschaft.
Frieden ist kein Traumbild, sondern eine konkrete Handlungsoption.

Es gibt viele Verben für das Kämpfen in unserer Sprache, aber kein Verb für den Frieden. Frieden machen, Frieden gestalten, das kann heißen: Einander besser kennen lernen, im kleinen Freundeskreis und in der Begegnung der Nationen. Frieden kann heißen, einander zu verstehen, auch wenn Unterschiede bestehen bleiben.

Frieden heißt, aushalten, dass wir verschieden sind und uns dennoch in Liebe begegnen. Frieden heißt Vergeben, ohne eine Gegenleistung. Als Kind hießen Verben Tätigkeitsworte. Wir brauchen Wörter der Tätigkeit, des Handelns für den Frieden. Action for peace!

Friede meint nach biblischem Verständnis weit mehr als nur die Abwesenheit von Streit und Krieg. Friede, Schalom meint eine tiefe Sehnsucht nach einer heilen, unversehrten Welt. Schalom ist die unverbrüchliche Hoffnung auf ein gerechtes und alle Feindschaft überwindendes Miteinander der ganzen Schöpfung:  „Doch ist ja Gottes Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Land Ehre wohne; dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue“ (Psalm 85,10-12).

Landesbischof Ralf Meister