Andacht von Pastor Bodo Boehnke

„Früher oder später kommt doch alles raus“ – das ist eine Erfahrung, die viele Menschen im Leben gemacht haben oder noch machen werden. Eine gewisse Zeit kann man sich oder andere Menschen betrügen und belügen, aber irgendwann kommt die Wahrheit meistens ans Licht. Das ist eine sowohl erfreuliche aber oftmals auch eine ent-täuschende Wahrheit.

„Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“ – im Monat November ist die Endlichkeit das große Thema im Kirchenjahr. Am Ende wird abgerechnet – wirtschaftlich: Versicherungen, Lohnsteuer, Energieverbrauch, Nebenkosten – am Ende zeigt sich, ob wir gut gewirtschaftet haben, ob wir Geld zurückbekommen oder nachzahlen müssen. Aber auch persönlich wird abgerechnet – bin ich zufrieden mit mir oder hätte ich manchmal anders denken, reden und handeln müssen? Habe ich ein gottgefälliges Leben geführt oder bin ich falschen Götzen hinterhergelaufen?

„Wir werden uns in ein paar Monaten viel zu verzeihen haben“ sagte der Bundesgesundheitsminister zu Beginn der Pandemie. Er wusste warum: Ein Riss ging und geht durch die Gesellschaft. In Sorge und aus Angst wurden die jeweils Andersdenkenden in den vergangenen Monaten oftmals beschimpft und beleidigt. Inzwischen ist klar, aus dieser Zeit kommt niemand mit einer weißen Weste heraus. Die Maßnahmen, die zum Schutz der einen getroffen wurden, ließen andere umso schutzloser werden – genannt sei nur die zunehmende häusliche Gewalt, unter der vor allem Frauen und Kinder leiden.

Sicher, vieles war gut gemeint, aber wir Menschen machen auch immer Fehler – das ist das Menschliche an uns. Am Ende können wir nur feststellen: wir haben uns geirrt, wir sind manchmal falsche Wege gegangen, wir haben uns versündigt, an uns und an unseren Mitmenschen, in Gedanken, Worten und Werken. Ein Riss in der Gesellschaft ist da, und wenn er nicht noch tiefer werden soll, dann haben wir in diesem Jahr Vergeben und Verzeihen bitter nötig.

Am Buß- und Bettag können wir uns Gottes Vergebung zusprechen lassen, und das ist in diesem Jahr vielleicht wichtiger als je zuvor. Denn: Wem selbst noch nie vergeben wurde, wer selbst noch keine Vergebung erfahren hat, wer nicht daran glauben kann, dass ihm vergeben wird, wird es um so schwerer haben, anderen zu vergeben und zu verzeihen.

Vergebung ist möglich und beginnt hier bei uns auf der Erde! Das hat uns Gottes Sohn am Kreuz vorgemacht, als er selbst unter größtem Leid für diejenigen, die ihn dort hingebracht, verspottet und verhöhnt haben, gebetet hat: „Vater, vergib ihnen.“ Bleibt die Frage: Wird uns Gott auch vergeben? Eine Antwort gibt die Theologin Dorothee Sölle: „Am Ende der Suche und der Frage nach Gott steht keine Antwort, sondern eine Umarmung.“ Amen.

Sicher, vieles war gut gemeint, aber wir Menschen machen auch immer Fehler – das ist das Menschliche an uns. Am Ende können wir nur feststellen: wir haben uns geirrt, wir sind manchmal falsche Wege gegangen, wir haben uns versündigt, an uns und an unseren Mitmenschen, in Gedanken, Worten und Werken. Ein Riss in der Gesellschaft ist da, und wenn er nicht noch tiefer werden soll, dann haben wir in diesem Jahr Vergeben und Verzeihen bitter nötig.

In unseren Buß- und Bettags Gottesdiensten können wir uns Gottes Vergebung zusprechen lassen, und das ist in diesem Jahr vielleicht wichtiger als je zuvor. Denn: Wem selbst noch nie vergeben wurde, wer selbst noch keine Vergebung erfahren hat, wer nicht daran glauben kann, dass ihm vergeben wird, wird es um so schwerer haben, anderen zu vergeben und zu verzeihen.

Vergebung ist möglich und beginnt hier bei uns auf der Erde! Das hat uns Gottes Sohn am Kreuz vorgemacht, als er selbst unter größtem Leid für diejenigen, die ihn dort hingebracht, verspottet und verhöhnt haben, gebetet hat: „Vater, vergib ihnen.“ Bleibt die Frage: Wird uns Gott auch vergeben? Eine Antwort gibt die Theologin Dorothee Sölle: „Am Ende der Suche und der Frage nach Gott steht keine Antwort, sondern eine Umarmung.“

Amen.